Nach vielen Jahren "elektrischer" Musik wollte ich unabhängig werden von verschiedenen technischen Hilfsmitteln und hängte mit 38 Jahren die E-Gitarre endgültig an den Nagel. Mit der akustischen Gitarre noch einmal ganz von vorne anzufangen, ist für mich als Autodidakt immer noch eine tägliche Herausforderung. Leider bin ich mittlerweile beruflich ziemlich eingespannt, daher ist Üben in den frühen Morgenstunden angesagt - wohl eher untypisch für einen Musiker. Früher traf ich um diese Zeit gelegentlich Ben noch im Netz - der darüber sinnierte, ob er langsam ins Bett gehen oder sich doch noch ein letztes Hefeweizen genehmigen sollte...

Ben habe ich viel zu verdanken. Zunächst einmal diese Homepage. Außerdem hat er mir gezeigt, wie ich mit dem PC Musik aufnehmen und bearbeiten kann (zu meiner Ehrenrettung: Als ich die Schule verließ, gab es gerade den ersten freiwilligen Basic-Kurs...). Und Ben versteht viel von Musik und insbesondere vom Schlagzeug spielen. Ich war daher hocherfreut, dass ich ihn für "On Reflection" gewinnen konnte.

Mit diesem Projekt wollte ich meine Kompositionen "unplugged" in ihrer Ursprünglichkeit bewahren und das Arrangement möglichst klassisch geschulten Musikern überlassen. 

Da ich von Musiktheorie nur wenig verstehe und mich nur von meinem Gehör leiten lasse, bin ich immer sehr unbefangen an das Komponieren herangegangen. Das hat Vorteile. Ich erinnere mich noch an die ehrlich empfundene Begeisterung bei meiner "Entdeckung" der Akkordfolge A-Moll, F-Dur, G-Dur vor 40 Jahren. Als die Akkorde jedoch im Laufe der Jahre komplizierter wurden und ich verschiedenen Keyboardern den Aufbau und den Ablauf meiner Lieder erklären musste, wurde auch der Nachteil deutlich: Wegen der fehlenden gemeinsamen Sprache dauerte es relativ lange, bis man verstand, was ich ich im Ohr hatte.

Mit dem Projekt "On Reflection" wurde es noch schwieriger. Zur Instrumentierung wollte ich unbedingt Oboe und/oder Cello dabei haben. Die Musiker, die diese Instrumente beherrschen, sind es gewohnt, eine fertige Partitur vorgelegt zu bekommen, anstatt mit den Worten "das - ist - wahrscheinlich - so - was - in - Fis - Moll - harmonisch - jetzt - lass' - dir - halt - mal - was - einfallen" in die kreative Freiheit entlassen zu werden.

Daher war die Begegnung mit Vladimir Benke mehr als ein Glücksfall. Vladi ist in Tadschikistan aufgewachsen und wurde dort zum Konzertoboisten ausgebildet. Das Gitarrenspiel will er sich "nebenbei" beigebracht haben - ich bin immer noch nicht sicher, ob ich ihm das glauben soll...:. Er hat aus seiner alten Heimat noch viele in meinen Ohren arabische klingende Rhythmen mitgebracht, die mich bis heute in Erstaunen versetzen.

Zusammen mit Peter, Ben und Vladi wurde die Demo-CD "Friends" aufgenommen. Hieraus stammt das Stück "Meet me in London".

Wir waren sehr zufrieden mit unserem Werk, zumal sich dann noch eine Konzertagentur für uns interessierte. Um so größer war meine Enttäuschung, als wir nach einigen Monaten geduldigen Wartens noch immer keinen Gig bekommen hatten - es stellte sich heraus, dass die Agentur völlig untätig geblieben war. Da Vladi und Ben auch ohne "On-Reflection" genug zu tun hatten, wurde das Projekt wieder auf Eis gelegt.