Lyrisches

Auf diesen Seiten habe ich in loser Folge einige Texte abgelegt, die in den letzten 20 Jahren entstanden sind. Das ist eine lange Zeitspanne, die verschiedene Phasen und Gemütszustände umfasst.

Es geht um Menschen, die mir begegnet sind, um Orte der Erinnerung, um Liebe, Abschied, Selbsterkenntnis.

Die Texte sind überwiegend in meiner englischen Muttersprache. In letzter Zeit habe ich es vermehrt mit der deutschen Sprache versucht. Sperriger zum dichten zwar, aber zunehmend reizvoll.

Ich kann es nicht glauben, kann es nicht verstehen
Was meine Augen im schwarzen Rahmen sehen
Der liebe Mann, der gute Sohn dazu
Der Bruder, der Schwager: das bist alles Du

Täglich sterben Menschen, viele vor der Zeit,
Manche überraschend, andere bereit
Doch bleiben sie meist Zahlen, versteckt und anonym
Tausende von Kerzen müssen einzeln verglühen

Es ist zu spät vorbeizuschauen,
Um Alltagsgeschichten anzuvertrauen
Ich frag’ nicht mehr, wie es Dir geht
Es ist dafür zu spät...

Diskussionen, wie man Sinn gewinnt,
Über Gott und die Welt und wie die Zeit verrinnt
Über Erwachsenen- und Kindheits-Ich
Du optimistisch, ich eher nicht

Trotz der Unterschiede: Brücken gab’s genug
Es gab den Hang zur Neugier und Gedankenflug
Ich war nicht so belesen, und Du nicht so spontan
Doch wir hatten Achtung vor des andern Lebensbahn

Es ist zu spät vorbeizuschauen...

Den Anruf – den hab’ ich nie gemacht
„Kein Grund zur Eile“ hab’ ich mir gedacht
Erinnerungen - verblassen mit der Zeit,
Werden Opfer der Vergangenheit

Gelegenheit macht Freunde, das ist mir schon klar
Doch jetzt bin ich traurig, dass das schon alles war
Wir sehen uns nie wieder, Deine Kerze ist verbrannt
Ich habe nur den kleinsten Teil von Dir gekannt

Es ist zu spät vorbeizuschauen...